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Die Geschichten des Schreiberlings als Text, Bild und Video im Blog!

Wollt ihr schon mal ein paar Eckpunkte der Adorfer Geschichte entdecken?

Zusammenfassung von geschichtlichen Daten und Ereignissen in unserem Dorf und im Waldecker Land

  • 826 schenkt ,,Ludwig der Fromme“ dem Kloster Corvey die Eresburg und den dazu gehörenden Zehntbezirk. Adorf gehört zu diesem Bezirk.
  • 1120 Adorf wird erstmals urkundlich erwähnt. Im gleichen Jahr taucht erstmals der Name ,,de Waldekke“ (Waldeck) auf.
  • 1150 – 1180 Unsere heutige Kirche wird erbaut, vermutlich auch aus Steinen eines Vorgängerbaus an gleicher Stelle.
  • 1228 wird uns der ,,Ritter Bruno von Athorpe“ genannt, und zwar als Lehnsmann des Arnsberger Grafen.
  • 1231 wird das Archidiakonat Adorf aufgelöst und dem Archidiakonat Horhusen, dem heutigen Niedermarsberg, zugeteilt.
  • 1273 wird der Bergbau in Adorf erstmals urkundlich erwähnt.
  • 1313 Im Güterverzeichnis des Grafen Wilhelm von Arnsberg werden ,,bona in Adorpe“, d. h. Güter in Adorf, genannt.
  • 1335 die ,,von Dalwigk“ befinden sich als Lehnsherren auf der Adorfer Burg. Die Waldecker Grafen vermögen sich auf der Burg zu Adorf und im Padberger Raum festzusetzen (Adorf gehörte damals zum Herrschaftsbereich der Padberger).
  • 1368 Waldeck ist dem Druck des Erzbischofs von Köln nicht gewachsen und gibt das von ihm eroberte Padberg und damit auch Adorf zurück.
  • 1372 Das im Jahr 1345 vom Kloster Corvey an die Herren von Itter übertragene Patronatsrecht an der Adorfer Kirche geht an den Grafen von Padberg über.
  • 1376 belehnt der Erzbischof von Köln die ,,von Dalwigk“ mit der Adorfer Burg, die zwischenzeitlich auch im Dienst des Waldecker Grafen waren.
  • 1413 heißt es: „dat ganze Kerkspel van Adorp myt der Herrschaft von Padberch war verwustet, verbrannt und versturet durch Fehden und Krieg“‚  Die Padberger waren in die Korbacher Feldmark eingefallen, wurden aber von den Korbachern geschlagen und müssen im Friedensvertrag auf die ,,Padberger Dörfer“ verzichten, zu denen auch Adorf gehörte. Seit dieser Zeit gehören Adorf und die umliegenden Ortschaften hoheitsrechtlich zu Waldeck.
  • 1449 Dietrich von Dalwigk erhält Schloss und Gut zu Adorf als waldeckisches Lehen aus der Hand des Grafen Otto.
  • 1494 Um die sogenannten „Padberger Dörfer“ kommt es erneut zu Auseinandersetzungen, die wieder von Padberg ausgingen. Die Padberger werden auch diesmal von den Korbachern besiegt und müssen den Verlust dieser Dörfer endgültig hinnehmen.
  • um 1500 wurde bei kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Herren von Canstein und dem Waldecker Grafen das Dorf Esbeck zerstört.
  • 1510 überfiel Lippold von Canstein, ein Bruder des Raben von Canstein, den Marktflecken Adorf. Er raubte, brannte und mordete. Einige Adorfer Einwohner führte er gefangen auf den Kanstein, wo er sie „unchristlich gemartert und zu Tode gewürgt.“
  • 1507 wird die ehemalige Steffensburg in Adorf erwähnt, 1537 nochmals.
  • 1508 wurde unsere älteste Kirchenglocke gegossen. Die zweite unserer alten Glocken stammt aus dem Jahr 1522.
  • 1516 Götz von Berlichingen nimmt Graf Philipp II. gefangen und setzt ihn auf einer seiner Burgen irgendwo in Franken oder Böhmen fest. Ein Teil des später gezahlten Lösegelds wird vermutlich auf der Adorfer Burg an die Entführer übergeben.
  • 1516 Seit dem Jahr 1516 ist für Adorf das ,,Marktrecht“ überliefert; es wurden damals vier Märkte im Jahr abgehalten.
  • um 1530 wird der erste protestantische Pfarrer in Adorf eingeführt.
  • 1545 Adorf, Grenzort zum Herzogtum Westfalen, wird als ,,Zollstelle“ genannt, die auch 1810 noch besteht.
  • 1590 bestand in Adorf schon eine Schule.
  • 1610 Die Kanzel der Adorfer Kirche stammt aus dem Jahr 1610, die früheren Emporen wurden 1613 erbaut, und das Taufbecken stammt aus dem Jahr 1662.
  • 1618 Beginn des 30jährigen Krieges. Die Not der Bevölkerung unseres Raumes war groß. Am Ende des Krieges ist unser Dorf zu mehr als der Hälfte zerstört. Die Bevölkerung war auf weniger als die Hälfte zurückgegangen.
  • 1652 wird das Bergamt Adorf erwähnt.
  • 1657 brennt ein großer Teil Adorfs ab; 25 Gebäude, darunter 13 Wohnhäuser. Ein Schmied verbrannte, als er noch Geld aus dem brennenden Wohnhaus retten wollte.
  • 1663 Grenzvertrag zwischen Köln und Waldeck, der den in unserem Raum noch heute bestehenden Grenzverlauf festlegt.
  • 1673 Kirchenbuch: „In den Kriegswesen sein auch auß unserem Kirchspiel anderwerts gestorben, daß die gantze Summe ist 167 das ist eine sehr hohe Zahl; die Franzosen unter Marschall Turenne fallen in Waldeck ein – Raubkrieg Ludwig des XIV.“
  • 1676 Bereits in diesem Jahr ist ein Arzt in Adorf nachweisbar.
  • 1690 Flüchtlinge des Pfälzischen Erbfolgekrieges finden auch bei uns Zuflucht. Die Sterblichkeitsrate in der Bevölkerung ist hoch- auch bei Kindern. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt bei 26.
  • 1694 wird Johann Otto Schröter, Richter zu Adorf genannt. Adorf gehörte damals zum Gogericht Flechtdorf, zum Freistuhl Schweinsbühl und zum Amte des Eisenbergs.
  • 1708 Die „von Vultèe“ sind Besitzer der Adorfer Burg mit den zugehörigen Lehensgütern.
  • 1711 wird Graf Friedrich Anton Ulrich von Waldeck in den erblichen Reichsfürstenstand erhoben; er erbaut das Schloss in Arolsen und gründet die Stadt Arolsen, seit 1997 Bad Arolsen.
  • 1735 Erstellung eines Adorfer Salbuches. Die alte Fertigung aus der Zeit nach dem 30jährigen Kriege wird in Verlust geraten sein.
  • 1744 wurden gleichzeitig zwei ehemalige Pfarrhäuser, von den damaligen Pfarrern Schreiber und Ramspott, in Adorf erbaut. Es sind dies die Häuser Am Kahlenberg 2 und 4.
  • 1756 – 1763 Der Siebenjährige Krieg bringt auch in unserer Gegend viel Not und Elend. Es kommt zu Kampfhandlungen zwischen Franzosen und den preußischen Truppen. Viele Durchmärsche über die ,,Alte Heerstraße“. Das Land wird erbarmungslos ausgeplündert. Die Bauern werden oft wochenlang mit ihren Pferden für Fuhrleistungen in Anspruch genommen.
  • 1766 Fürst Friedrich tritt die Regierung an. Er lässt, gegen dem Willen der waldeckischen Landstände, vier Bataillone in Waldeck ausheben und stellt diese Truppe den Holländern zur Verfügung, darunter auch Adorfer.
  • 1802 Große Feuersbrunst in Adorf. Am 27. August brennen in einer Stunde 62 Gebäude ab, darunter der ganze Kahlenberg. Das halbe Dorf wird vernichtet. In der ungeheuren Glut fanden zwei kranke Frauen und viel Vieh den Tod.
  • 1806 Waldeck tritt dem Rheinbunde bei; dieser muss Napoleon zu jedem Kontinentalkrieg Truppen zur Verfügung stellen.
  • 1806 Ein schweres Gewitter richtet in der gesamten Feldflur starke Verwüstungen an. Der Blitz schlägt in den Kirchturm ein.
  • 1812 Am 19. Mai vernichtete ein schwerer Wolkenbruch mit Hagelwetter das gesamte Winterfeld in unserer Gemarkung und richtete schwere Verwüstungen an. Bauholz war von Steeden Zimmerplatz im Kattwinkel abgeschwemmt und hatte Humperts Haus (heute Gartenstraße 4) eingerammt, dabei ertranken zwei Frauen und ein Kind sowie viel Vieh. Im ganzen Lande wurden Geld, Lebensmittel, Futter und sonstige Spenden für unser Dorf gesammelt.
  • 1825 Großbrand auf dem Kahlenberg, es brennen acht Anwesen ab.
  • 1833 begann die Ablösung der bäuerlichen Dienstverpflichtungen.
  • 1834 Neuanlage des heutigen Friedhofs. – Auf dem alten, um die Kirche herumgelegenen Kirchhof wurden bis 1819 alle Verstorbenen der sechs Kirchspielgemeinden begraben.
  • 1838 – 1840 Prinz Carl zu Waldeck und Pyrmont erwirbt die Burg zu Adorf.
  • 1847 In einem Bericht der Waldeckischen Landeszeitung erzählt ,,Pastor Milchen“, dass der Adorfer Gesangverein zu Gunsten der „Dorfarmen“ ein Konzert gegeben hat. Dirigent dieses Vereins war Lehrer Paul. Sehr wahrscheinlich ist aber dieser Verein in den innenpolitisch bewegten Jahren 1848 – 1850, in denen vielerorts wegen angeblicher Unterstützung der Revolutionspartei alle Vereinsarbeit in Gesang- und Turnvereinen gänzlich verboten war, wieder aufgelöst worden. Das Gründungsjahr des Gesangvereins ist 1879. Er ist damit noch zweitältester Verein unseres Dorfes. Ihm folgen als älteste Vereine: die Freiwillige Feuerwehr 1883, der Spielmannszug 1886, Knappenverein 1890 und der Männerturnverein (heute VfL) 1902.
  • 1848 Revolution im Waldecker Lande. Der in Adorf geborene August Wilhelm Wirts versucht die Bevölkerung im Lande gegen das Fürstenhaus aufzuwiegeln. Unter seiner Führung ziehen etwa 800 Aufwiegler nach Arolsen und richten hier Verwüstungen an. In Adorf stellt man eine Bürgerwehr unter Leitung des Försters Ph. Chr. Wilhelm Contzen zusammen. Upländer Bauern, unterstützt von Adorfern, ziehen nach Arolsen, um das vermeintlich von Gefahr bedrohte Fürstenhaus zu schützen, darunter auch Pfarrer Hagemann und ein Vertreter der Familie Bornemann (Greunen), der einen mächtigen Vorschlaghammer mitbrachte.
  • 1848 wurde ein Gesetz über die Ablösung der ,,Zehntverpflichtungen“ verabschiedet. Ebenfalls trat ein neues Staatsgrundgesetz für Waldeck in Kraft, in dem das allgemeine Wahlrecht und die Selbstverwaltung der Gemeinden verankert wurden.
  • 1850 Am 4. Oktober fand die erste Gemeinderatssitzung in Adorf statt. Es wurden gewählt: Wilhelm Schwarzenberg, Bürgermeister; Bernhard Bunte, Richter; Georg Glimm, Forstaufseher; Ludwig Frese, Flurschütz und Jacob Frese, Polizeidiener.
  • 1854 Einer der ältesten Lagepläne von Adorf stammt aus diesem Jahr.
  • 1861                Wahl der ,,Zehntbefreiungskommission“ für das Oberamt Eisenberg.
  • 1863                Eine Postagentur ist in Adorf eingerichtet.
  • 1867 – 1868    Bau eines neuen Schulgebäudes auf dem ehemaligen Friedhofsgelände bei der Kirche, heute Hauptstraße 13.
  • 1870 – 1871    Deutsch-Französischer Krieg, aus Adorf fallen drei Männer. Die Gedenktafel hängt heute im Kirchturm.
  • 1870                Die kleinere der drei Kirchenglocken, auch „Bämmel“ genannt wurde am 02.09. aufgrund des Sieges bei Sedan so heftig geläutet, dass sie zersprang.
  • 1873                wurde die Grubenbahn Martenberg – Bredelar gebaut. Sie war damit die erste Eisenbahn auf Waldecker Boden.
  • 1876                wurde mit der sogenannten Verkoppelung (Flurbereinigung) in Adorf begonnen, die 1888 den Abschluss fand.
  • 1877                Adorf hat eine Apotheke
  • 1878                Gründung der ,,Waldeckischen Gips und Alabaster Gewerkschaft“ zwecks Wiederaufnahme der Gipsförderung und -verarbeitung auf dem Pöhlen. In Betrieb bis 1900.
  • 1885                Gründung der Adorfer ,,Centralmolkerei“. Im gleichen Jahre wurde auch der Stückgutverkehr auf der Grubenbahn eingeführt.
  • 1892                Ab diesem Jahr hat Adorf eine Sparkasse.
  • 1895 – 1897    Bau des zweiten Adorfer Schulgebäudes auf dem Gelände des ehemaligen Kirchhofs, heute Hauptstraße 15.
  • um 1900         wurde das ehemalige Kornhaus auf dem Martenberg errichtet. Etwa zur gleichen Zeit wurde auch die Grubenbahn für Personenverkehr zugelassen.
  • 1901                erwirbt der ,,Millionen-Bangert“ aus Hörde die Adorfer Burg mit Grundstücken.
  • 1913                Eine sogenannte ,,Centenarfeier“ aufgrund des 100. Jahrestages des Sieges über Napoleon bei Leipzig, wird auch in Adorf unter Beteiligung aller Vereine und der gesamten Bevölkerung begangen.
  • 1914                Großfeuer auf dem Kahlenberg, bei dem die Anwesen der Familien Friedrich Welteke (Schäferadam), Hermann Welteke (Kaufmann) und Fritz Bigge abbrennen. Der Feuerwehrmann Karl Büddefeld (Hahnenfriederkes) kommt dabei ums Leben.
  • 1914                Nach jahrelangen Bauarbeiten wurde die Edertalsperre fertiggestellt. Mit einem Wasserinhalt von 200 Millionen Kubikmeter zählt sie zu den größten Stauseen Europas. Da der erste Weltkrieg ausbrach fanden keine Einweihungsfeierlichkeiten mehr statt.
  • Zur gleichen Zeit war auch die Diemeltalsperre im Bau. Begonnen wurde bereits in 1907 mit den Bauarbeiten. Bei Kriegsausbruch wurden die Arbeiten eingestellt und erst 1923 zum Abschluss gebracht. Der Zweck beider Stauseen war die Wasserregulierung auf wichtigen Wasserstraßen.
  • 1914 – 1918    Der Erste Weltkrieg. Am Ende des Krieges waren 62 Adorfer Männer gefallen. Durch den Versailler Vertrag muss Deutschland größere Gebiete an Frankreich, Belgien, Polen und die Tschechoslowakei abtreten und verliert seine Kolonien.
  • 1917                Schließung der Adorfer Eisenerzgruben.
  • 1918                Novemberrevolution; aus dem Fürstentum Waldeck-Pyrmont wird – unter Ausschluss Pyrmonts der ,,Freistaat Waldeck“.
  • 1920 – 1921    Anschluss Adorfs an das elektrische Stromnetz. Die Molkerei und einige andere Handwerksbetriebe wurden ungefähr seit dem Ersten Weltkrieg durch Generatoren mit Strom aus der Lebachschen Mühle versorgt.
  • 1921                Einweihung des zum Gedächtnis der Gefallenen und Vermissten errichteten Ehrenmals vor der Kirche.
  • 1923                Die Inflation, die in 1921 begonnen hatte, findet ihren Abschluss. Sie brachte astronomische Zahlen mit sich: es wurde eine Billion zu einer Rentenmark umgerechnet.
  • 1926 – 1929    Bau der Aartalstraße.
  • 1929                Durch Staatsvertrag wurde am 1. April Waldeck mit Preußen vereinigt und dem Regierungsbezirk Kassel eingegliedert. Schon seit 1867 waren beide Staaten durch Akzessionsvertrag eng miteinander verbunden. Der Verlust der Selbständigkeit ist den Waldeckern nicht leichtgefallen. Wenn sie, zumindest die Bevölkerung unseres engeren Raumes, frei entscheiden hätten können, hätten sie sich sicher Westfalen angeschlossen, mit dem viel mehr wirtschaftliche und verwandtschaftliche Beziehungen bestanden.
  • 1931                Am 31. Mai richtete ein schweres Unwetter große Schäden in der Feldflur an. Die Rhene und die Wirme waren zu reißenden Strömen angeschwollen, in denen auch viel Vieh ertrank. Die Rhenebrücke vor dem Mühlentor wurde von den Fluten fortgerissen und musste im gleichen Jahr durch eine Betonbrücke ersetzt werden. Der Hagel hatte sich zu fast meterdicken Eisblöcken zusammengeballt.
  • 1936                Nachdem die in 1870 zersprungene Kirchenglocke im Ersten Weltkrieg eingeschmolzen worden war, hatte sich der Adorfer Kirchenvorstand unter Pfarrer Langenbeck entschlossen, wieder eine dritte Glocke anzuschaffen, sie wurde ,,Kriegergedächtnisglocke“ genannt. Diese Glocke wurde dann wiederum im Zweiten Weltkrieg eingeschmolzen um Kriegsmaterial zu bauen.
  • 1938                Wiederaufnahme der Eisenerzförderung. Die Grubenbahn und die Seilbahn vom Martenberg zum Webel wurden ein Jahr später in Betrieb genommen.
  • 1938                Auch in Adorf brennt in der „Reichsprogromnacht“, die Synagoge.
  • 1939                Am 1. September beginnt der Zweite Weltkrieg, einem der furchtbarsten Kriege aller Zeiten. Aus Adorf kehrten 102 Männer nicht in ihre Heimat zurück. Etwa 55 Millionen Menschen in aller Welt wurden Opfer dieses Krieges.
  • 1942                Vereinigung der bisherigen drei waldeckischen Kreise (Kreis des Eisenbergs, der Twiste und der Eder) zum ,,Kreis Waldeck“.
  • 1943                Am 17. Mai zerstören englische Bomber die Edertalsperre. In der Flut der ausströmenden Wassermassen ertranken 47 Bürger Waldecker Dörfer. Auch im Kasseler Raum gab es Opfer der Flutkatastrophe.
  • 1945                Am 29. März rücken amerikanische Truppen in Adorf ein. Einteilung Deutschlands in vier Besatzungszonen – amerikanische, englische, französische und russische. Hessen gehört zur amerikanischen, Westfalen zur englischen Zone. Eine Militärregierung übernimmt die vollziehende Gewalt, die bestehenden Vereine werden aufgelöst.
  • 1945                Im Herbst wird der Maurer Karl Müller von der Militärregierung zum Bürgermeister ernannt und am 13. März 1946 vom ersten demokratischen Gemeinderat bestätigt.
  • 1948                Am 20. Juni wird eine neue Währung eingeführt. Jeder Einwohner musste mit 40 Mark neu anfangen.
  • 1950                Ende der Zwangsbewirtschaftung. Das sogenannte ,,Wirtschaftswunder“ mit dem Wiederaufbau Deutschlands hat begonnen.
  • 1950                Beginn der Siedlung auf dem ,,Rhenegger Feld“. Hier auch Bau der katholischen Kirche, die am 15. April 1951 eingeweiht wird. Einige Jahre später werden Siedlungen auf dem ,,Reik“, der ,,Schönen Aussicht“ und dem ,,Winkelkamp“ bebaut.
  • 1950                Am 12. Dezember findet ein versuchter Raubüberfall auf die in Adorf durch Wilhelm Schluckebier geleitete Zweigstelle der Kreissparkasse Waldeck statt. Schluckebier wehrt sich, verfolgt den flüchtigen Räuber und wird von diesem durch einen Pistolenschuss verletzt.
  • 1956                Ausbau der Wasserversorgung in vier Bauabschnitten für das gesamte Dorf.
  • 1956                Kanalisierung der Wirme bei der Gastwirtschaft Graf. Bis dahin bestanden zum ,,Höpperpuhl“, jetzt Gartenstraße, von dieser Seite nur eine Furt durchs Wasser und ein schmaler Fußsteg über den Bach.
  • 1957                Seit 1957 wird nicht mehr durch den Ortsdiener ,,ausgeklingelt“.
  • 1957                Das Ehrenmal wird durch zwei Tafeln für die Gefallenen und Vermissten des Zweiten Weltkrieges erweitert und die Außenanlage wird umgestaltet.
  • 1958                Abbruch der ehemaligen alten Schule „Schmuls Haus“, heute Hauptstraße 11.
  • 1959                Grundsteinlegung für das Gebäude der Gemeindeverwaltung, zugleich Dorfgemeinschaftshaus, Kindergarten, Heißmangel und Gefrierhaus.
  • 1960                Neugliederung des alten Kirchspiels Adorf. (bisher waren in Adorf zwei Pfarrer für sechs Kirchspieldörfer zuständig.) Ab jetzt ein Pfarrer für die Ortschaften Adorf, Rhenegge und Sudeck.
  • 1960                Die Eisenerzförderung der Grube „Christiane“ erreichte in diesem Jahr mit über 155.000 Tonnen die höchste Jahresfördermenge, die je in einer hessischen Eisenerzgrube erzielt wurde.
  • 1961                Karl Klemm wird erster hauptamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Adorf.
  • 1963                Stilllegung der Adorfer Eisenerzgrube. Die meisten der über 300 Mitarbeiter müssen sich auswärts einen Arbeitsplatz suchen.
  • 1964                Eine der ersten Mittelpunktschulen Hessens wird in Adorf eröffnet.
  • 1964                Für die Gemeindewasserleitung wird in der Detmeke ein neuer Tiefenbrunnen erschlossen.
  • 1967                Inbetriebnahme des Schießstandes des Sportschützenvereins auf dem Dansenberg.
  • 1967                Ankauf von Gelände zur Friedhofserweiterung und Bau der Friedhofskapelle.
  • Bis dahin erfolgten alle Beerdigungen vom Trauerhaus aus. Adorf hatte seit vielen Jahrzehnten einen Pferdebespannten ,,Leichenwagen“, dem der Trauerzug durchs Dorf folgte.
  • 1968                Auflösung der Adorfer Molkerei und Anschluss unseres Gebietes (außer Rhenegge) an die Uplandmilch in Usseln.
  • 1970                Bau und Inbetriebnahme der Kläranlage bei der Schafsbrücke. Damit ging die Zeit des ,,guten alten Klos“ hinterm Hause zu Ende. 2002 wird diese wiederum durch einen Neubau ersetzt.
  • 1971                Am 13. Dezember schlossen sich im Zuge der kommunalen Neugliederung des Landes Hessen folgende Orte zur Großgemeinde ,,Diemelsee“ zusammen: Adorf, Benkhausen, Deisfeld, Flechtdorf, Giebringhausen, Heringhausen, Ottlar, Rhenegge, Schweinsbühl, Stormbruch, Sudeck, Vasbeck und Wirmighausen.
  • 1973                Die hessische Regierung beschließt die Zusammenlegung der Kreise Waldeck und Frankenberg.
  • 1974                Das alte Patronatspfarrhaus wird abgerissen und an gleicher Stelle ein neues evangelisches Gemeindezentrum errichtet, das Anfang 1974 seiner Bestimmung übergeben wurde.
  • 1975                wurde der neue Kindergarten auf dem Reik gebaut und am 1. November in Betrieb genommen.
  • 1977                Angeregt durch den Spielmannszug Adorf und den Musikverein ,,Juliana“ aus Den Ham wurde am 22. Oktober ein Freundschaftsvertrag zwischen den Gemeinden Den Ham und Diemelsee geschlossen.
  • 1974 – 1979    wurden im Zuge der Dorfauflockerung einige bekannte Gebäude unseres Dorfes abgerissen: der Hof Brüne (Hunold), das Gasthaus Bunte und das Haus Biederbick. Die Grundstücke wurden für Parkplatz und Straßenerweiterung gebraucht.
  • 1979                Am 6. Juli wurde in Verbindung mit dem 100jährigen Bestehen des Adorfer Männergesangvereins die neue Dansenberghalle eingeweiht.
  • 1981                Bürgermeister Willi Scheuermann stirbt im Alter von 37 Jahren. Scheuermann war es, der die Anregung zum Bau einer Kanone für unsere Schützengesellschaft gab.
  • 1986 Im Mai wurde das Besucherbergwerk auf dem Martenberg eröffnet.
  • 1986 Ende Dezember wurde in der Gipsgrube auf dem Pöhlen die letzte Förderschicht gefahren, danach wurde mit der Absenkung des Grubengeländes begonnen.
  • 1987 Anfang März richtete ein Eisregen große Schäden in Laub- und Nadelholzbeständen an. Je nach Lage waren große Waldstücke verwüstet. Durch das Gewicht einer mehrere Zentimeter dicken Eisschicht auf den Ästen wurden Bäume von mehreren Festmetern samt Wurzeln aus der Erde gerissen und zum Umsturz gebracht.
  • 1987 Die Adorfer Kirchengemeinde hat wieder eine dritte Glocke. Sie wurde am 1. Adventssonntag feierlich eingeweiht. Zwei Inschriften sind auf ihr angebracht, eine kirchliche und eine weltliche. „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid.“ Die zweite weist auf die vorhergehenden Glocken hin, wenn es da heißt: „Meine Vorgängerinnen wurden Opfer der Kriege, ich mahne zum Frieden.“ Auf dem Kirchturm wurde ein neuer Wetterhahn aufgesetzt.
  • 1989 Am 30. April wurde ein Bergwerksmuseum am Martenberg eröffnet. Es ist an das Besucherbergwerk angeschlossen und wurde in den Räumen der ehemaligen Aufbereitung untergebracht.  2015 wird es erheblich erweitert.
  • 1989-1998 Adorf im Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen. Das Dorfbild wird wieder freundlicher, manch Fehler der Dorfauflockerung von 1974 wird wieder korrigiert.
  • 1990 Auf Einladung zum 90jährigen Bestehen der Feuerwehr Adorf/Erzgebirge fährt eine Delegation unserer Feuerwehr nach Sachsen. Seiher wird die Freundschaft beider Vereine mit regelmäßigen Besuchen gepflegt.
  • 1990 Geschwenda in Thüringen wird Partnergemeinde der Gemeinde Diemelsee.
  • 1995 Ein Nachbau des „Schandpfahls“, der 1848 abgeschafft wurde, wird an gleicher Stelle aufgebaut
  • 1997 Unser Dorf wird an die Erdgasversorgung angeschlossen.
  • 1999 Ein Unwetter lässt Rhene und Wirme ansteigen, der Kattwinkel und die Dorfmitte stehen unter Wasser.
  • 2008 Gründung des Kirchenfördervereins um die im gleichen Jahr begonnene Renovierung der Kirche, die mit Arbeiten am Turm beginnen, zu unterstützen.
  • 2012 Adorf bezieht sein Wasser größtenteils aus dem Brunnen „Vasbeck II“, die Dienstleistung der Wasserversorgung wird von der Gemeinde Diemelsee bei den Stadtwerken Brilon eingekauft.
  • 2016 Das 500. Jubiläum des Adorfer Marktrechts wird auf dem Dansenberg gefeiert.
  • 2016 Die Kirchspiele Adorf, Heringhausen und Flechtdorf werden zur „Ev. Kirchengemeinde Diemelsee“ zusammengefasst.
  • 2017 Die Sanierung des Kircheninnenraumes soll beginnen.